Neuer Tarifvertrag für E-Branche
Elektrotechnik

Neuer Tarifvertrag für E-Branche

Andreas Klose

Der zwischen dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und seinem Sozialpartner IG Metall ausgehandelte Mindestentgelt-Tarifvertrag wurde vom Tarifausschuss des Bundesarbeitsministeriums und der Bundesregierung für allgemeinverbindlich erklärt. Er tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft und löst den bisher geltenden Tarifvertrag vom 19. Januar 2016 ab.

Er gilt für die Berufsbilder des Elektrotechnikers, des Informationstechnikers und des Elektromaschinenbauers. Der ZVEH geht davon aus, dass die Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) der neuen Mindestentgelt-Tarife knapp 434.000 Arbeitnehmer in den elektro- und informationstechnisch tätigen Unternehmen betrifft.

Neu an der im Januar in Kraft tretenden Mindestentgelt-Regelung ist, dass sie erstmals alle fachlichen Tätigkeiten umfasst, die von den elektro- und informationstechnischen Handwerken in Deutschland erbracht werden. Das bedeutet: Künftig gilt der Mindestentgelt-Tarif auch für Leistungen, die im Betrieb erbracht werden (stationäre Leistungen). Bislang fielen diese elektrohandwerklichen Tätigkeiten nicht unter die Mindestentgelt-Regelung. Für Auszubildende gilt der Mindestentgelt-Tarifvertrag nach wie vor nicht. Für Praktikantinnen und Praktikanten gelten die Sonderregelungen des § 22 Mindestlohngesetz (MiLoG).

»Der Mindestentgelt-Tarifvertrag ist für die Unternehmen der elektro- und informationstechnischen Handwerke von weitreichender Bedeutung. Zum einen kommt das Elektrohandwerk damit seiner sozialpolitischen Verantwortung nach und sorgt für eine faire Entlohnung der Arbeitnehmer«, so Dr.-Ing. Gerd Böhme, Vizepräsident beim ZVEH und als solcher zuständig für das Ressort Tarif und Sozialpolitik: »Zum anderen tragen die Mindestlöhne zu einem faireren Wettbewerb bei. Denn sie gelten für alle in Deutschland in diesem Geltungsbereich tätigen Unternehmen, und die Regelung bezieht auch solche Betriebe ein, die grenzüberschreitend operieren oder hierzulande Dienstleistungen anbieten, die von ausländischen Arbeitskräften ausgeführt werden.«

Ausführliche Informationen zu dem neuen Tarifvertrag finden Betriebe in der vom ZVEH herausgebrachten Arbeitshilfe, die über die Landesinnungsverbände bezogen werden kann.
 

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