Durch schwierige Zeiten
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Durch schwierige Zeiten

Andreas Klose

Ein bewährtes Mittel, um durch schwierige Zeiten zu kommen, ist die Kurzarbeit. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben nicht die Rücklagen, um auftragsschwache Zeiten ohne geeignete Maßnahmen zu überstehen. Eine Maßnahme ist die Kurzarbeit. Dabei senkt der Arbeitgeber die Arbeitszeit der Beschäftigten und passt gleichzeitig deren Gehälter an. Damit nun die Krise nicht einseitig zu Lasten der Schwächsten, sprich Mitarbeiter, ausgestanden wird, fängt die Bundesagentur für Arbeit die Einbußen beim Entgelt durch Zahlung eines Kurzarbeitergeldes (Kug) an die Betroffenen auf. Die Mittel stammen aus der Arbeitslosenversicherung. Doch wie kommt man an die Mittel ran, um Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern?

Und so geht’s

Hat man sich als Unternehmer entschieden, in seinem Betrieb Kurzarbeit einzuführen, muss man dies bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) anzeigen. Ist ein Betriebsrat vorhanden, muss dieser natürlich in das Prozedere mit eingebunden werden, kann dann aber selbstständig die BA unterrichten. Diese prüft, ob die Voraussetzungen für die Gewährung von Kurzarbeitergeld erfüllt sind.
Dabei gibt es prinzipiell drei Arten des Kurzarbeitergeldes: das konjunkturelle, das saisonale und das Transfer-Kurzarbeitergeld.

Schlechte Konjunktur

Hauptgrund für die Einführung bzw. Gewährung von konjunkturellem Kurzarbeitergeld ist eine negative wirtschaftliche Entwicklung, die ganze Branchen im Domino-Effekt betreffen kann. Hier zahlt der Arbeitgeber den Beschäftigten 60 Prozent des pauschalierten Netto-Lohnes weiter aus. Wohnt im Haushalt des Arbeitgebers mindestens ein Kind, erhöht sich der Betrag auf 67 Prozent. Das heißt, der Arbeitgeber geht zunächst in Vorleistung und kann eine Rückerstattung des ausbezahlten Geldes von der BA schriftlich beantragen. Die Leistung ist auf zwölf Monate beschränkt und zunächst lohnsteuerfrei.

Mieses Wetter

Wer draußen Arbeitet, ist auf gutes Wetter angewiesen. Man kennt das vom Bau: die Schlechtwetterzeit. Für den Garten- und Landschaftsbau gelten die Monate Dezember bis März als solche. Hier gelten prinzipiell die gleichen Regelungen, wie beim konjunkturellen Kurzarbeitergeld.

Sauberer Übergang

Dramatischer sind die Gründe für das Transfer-Kurzarbeitergeld. Der Unternehmer plant Umstrukturierungen, in deren Zuge Arbeitsplätze wegfallen oder ihm droht Insolvenz. Für die Beschäftigten heißt es dann, ganz dringend neue Jobs suchen. Um während dieser Zeit nicht in die Arbeitslosigkeit zu fallen, kann ein Transfer-Kurzarbeitergeld gewährt werden, das auch Qualifizierungsmaßnahmen ermöglichen soll. Unabdingbare Voraussetzung ist ein sauberer Sozialplan, der – gegebenenfalls – mit dem Betriebsrat und der Bundesagentur für Arbeit erstellt werden muss.

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